Present is the best Presence oder der Verlust der Unabhängigkeit.

Die größte Herausforderung im täglichen Leben ist der Verlust der Unabhängigkeit und die  damit verbundene Abhängigkeit von Anderen.

Angewiesen zu sein ist im Umgang mit dem Umfeld nicht immer einfach. Und so manches Mal komme ich mir reichlich doof vor, wenn ich Menschen bitte, mir dies oder das zu reichen. Da ich nicht mehr so gut aufstehen kann, mich kaum bücken kann, mir aber mehr und mehr die Dinge aus der Hand fallen, brauche ich Hilfe.

Vergangenes Wochenende war ich mit 5 meiner besten Freundinnen in der Uckermark, um dort ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Mein Geburtstagsgeschenk dieses Jahr. Wir hatten eine so schöne Zeit voller Harmonie, Lachen, Liebe und Freundschaft bei strahlendem Sonnenschein und tollem Ambiente. Ein wunderbares Geschenk, sowohl das Wochenende als auch die Freunde.

Die Umsicht und Hilfsbereitschaft in einer so großen Gruppe ist für mich sehr angenehm. Da es zum Einen eine Selbstverständlichkeit ist und zum anderen aber auch kein großes Thema daraus gemacht wurde. Ich kam mir nie doof vor.

Im häuslichen Kontext sieht das manchmal anders aus, da einfach ALLES dann an meinem Mann kleben bleibt und ich mir oft doof vorkomme, wenn ich ihn wieder und wieder um etwas bitten muss. Ich merke ihm an, dass es ihn anstrengt und das widerum ist für uns beide nicht gut.

Ich bin nicht mehr unabhängig. Ganz im Gegenteil. Ich bin abhängig von Hilfe. Und diese Tatsache kotzt mich manchmal an. Nicht mehr spontan einfach ALLEIN loszugehen und Dinge zu erledigen, einkaufen zu gehen, mein Leben so gestalten zu können, wie ICH es eben möchte. Selbstständig. Ohne Hilfe.

Autark leben zu können ist ein Geschenk, das man als gesunder Mensch als Selbstverständlichkeit ansieht. Ist es ja auch.

Ich muss mich an die Tatsache gewöhnen, dass ich nicht mehr autark bin. Über alles muss ich im Vorfeld nachdenken, planen und ggf Hilfe organisieren. Das führt zu mangelnder Spontanität, zur Verkleinerung der Welt.

Vieles geht nicht mehr. Und genau deshalb werde ich das was noch geht so viel wie möglich leben.

Loslassen muss ich wohl.gruppe-sw

Bitte unterschreibt unsere Petition!

Für uns ALS Kranke gibt es derzeit ein einziges Medikament, das die Lebenszeit um geschätzte 3 Monate verlängert. Jedes neue Medikament ist für uns ein Hoffnungsschimmer, bitte helft uns dabei eine klinische Studie mit Mastinib zu ermöglichen.

https://www.change.org/p/bundesamt-für-arzneimittel-als-medikament-masitinib-klinische-studien-auch-in-deutschland-zulassen

Hintergrund ist folgender: Das französische Arzneimittelunternehmen AB Science prüft derzeit die Wirksamkeit des Medikamentes Masitinib bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen, auch bei der Krankheit ALS.

Masitinib befindet sich in verschiedenen europäischen Ländern in einer Phase-2/3-Studie bei der ALS. Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die Durchführung klinischer Studien in der ALS-Indikation in Deutschland bisher abgelehnt. Warum das Bundesamt dies ablehnt, ist nicht nachvollziehbar. Es kommt damit zu einer anderen Einschätzung als die Arzneimittelbehörden anderer europäischer Länder. Dem Bundesamt werden jetzt Zwischenergebnisse der laufenden Studie vorgelegt, um auch in Deutschland klinische Studie mit Masitinib zu ermöglichen. Die Studie soll ab Anfang 2017 laufen. Eine Entscheidung des Bundesamtes steht aus.

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat anerkannt, dass die Prüf- und Zulassungsverfahren von Masitinib bei der ALS mit einer höheren Priorität erfolgen können („Orphan Drug-Status“). Damit ist allerdings noch keine Aussage über eine mögliche Zulassung als Medikamnet verbunden.

Deshalb haben wir die Petition gestartet um somit ein wenig Druckmittel zu haben.

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Mecobalamin bei der ALS – Zulassung in Japan beantragt

Thomas Meyer von der ALS Ambulanz der Charity hat folgenden Artikel herausgegeben:

„Das Arzneimittelunternehmen Eisai mit Sitz in Tokio hat die Zulassung des Arzneimittels Mecobalamin bei den japanischen Zulassungsbehörden für Arzneimittel beantragt. Der Zulassungsantrag ist nicht gleichzusetzen mit einer Genehmigung und Verfügbarkeit des Medikaments in Japan. Die Entscheidung über eine tatsächliche Zulassung steht noch aus. Mecobalamin ist eine ultra-hoch dosierte Form von Cobalamin, das als Vitamin B12 bezeichnet wird. Cobalamin ist bereits bei bestimmten Formen der Polyneuropathie zur Behandlung zugelassen (vor allem bei einer Polyneuropathie, die mit einem Vitamin B12-Mangel assoziiert ist). Die Dosisstärke beträgt in den bisherigen Zulassungen 0,5 mg (500 µg), die in Form einer intramuskulären Injektion oder als Tablette zur Verfügung steht.

Bei der ALS wurde bereits im Jahr 2004 eine Hochdosisstudie mit Mecobalamin mit 25 bzw. 50 mg Mecobalamin durchgeführt (Eisai-Studie 761). Es handelt sich um eine Wirksamkeitsstudie, die die Anforderungen der evidenz-basierten Medizin erfüllt. Die klinische Prüfung wurde als Placebo-kontrollierte und doppelblinde Studie realisiert. 370 Patienten wurde in drei Behandlungsgruppen untersucht: 50 mg Mecobalamin (124 Patienten), 50 mg Mecobalamin (123 Patienten) oder Placebo (123 Patienten). Der Behandlungszeitraum war sehr lang und betrug 181 Wochen. Studienendpunkt war die Verlangsamung der Erkrankung anhand des ALS-Schweregrades (gemäß ALS Funktionsskala: ALS-FRS-R). Der Vergleich zwischen den Behandlungsgruppen mit der Placebogruppe erbrachte keinen statistisch-signifikanten Unterschied im Krankheitsverlauf. Eine detaillierte Auswertung der Daten konnte jedoch zeigen, dass Patienten mit einer Frühbehandlung mit Mecobalamin einen günstigeren Krankheitsverlauf als Patienten der Placebo-Gruppe aufwiesen. Die Frühbehandlung ist mit einem Behandlungsbeginn innerhalb von zwölf Monaten nach Auftreten erster ALS-Symptome definiert. Bei Patienten, die eine Frühbehandlung mit 50 mg Mecobalamin erhalten haben, zeigte sich ein Verlust von 22 ALS-FRS-R-Punkten. Die Placebo-Gruppe erlitt einen Verlust von 26 Punkten im Studienzeitraum. Damit ergab sich ein Unterschied im ALS-Schweregrad zwischen der Behandlungs- und Placebogruppe von 4 Punkten (von insgesamt 48 Punkten; 8,3 %). Zusammenfassend demonstriert die Studie 761, dass eine Frühbehandlung (beginn der Behandlung innerhalb der ersten zwölf Monate nach Symptombeginn) und eine langfristige Therapie (mehr als drei Jahre) in einer ultra-hohen Dosierung (intramuskuläre Injektionen von 50 mg zweimal pro Woche) zu einer Krankheitsverlangsamung um etwa 8 % führt.

Die Ergebnisse der Eisai-Studie 761 liegen offensichtlich schon seit geraumer Zeit vor. Es ist nicht bekannt, warum der Zulassungsantrag mit zeitlicher Latenz gestellt wird. Möglicherweise wurde die Subgruppenanalyse erst verzögert durchgeführt. ´Der Wirkmechanismus vom Mecobalamin bei der ALS ist unbekannt. Die Substanz wirkt als Vitamin B12 als modifizierender Faktor für zahlreiche Enzyme. Bisher ist unklar, welche Enzyme oder andere Proteine durch Mecobalamin bei der ALS positiv beeinflusst werden, die zu einer (geringen) Krankheitsverlangsamung führen. Die Entscheidung der japanischen Zulassungsbehörde ist von großem Interesse, da im Bewertungsprozess sämtliche Studiendaten ausgewertet werden, die der sonstigen wissenschaftlichen Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen. Bei einer positiven Bewertung kommt grundsätzlich ein Einsatz des Medikaments auch in Deutschland in Frage.“

http://www.eisai.com/news/news201535.html