15 Minuten oder einen Eimer Müll bitte.

fabian-moller-401625-unsplash

Am vergangenen Freitag war ich zur Kontrolle in der ALS Ambulanz.
Der Termin war leider alles andere als erfreulich und ich bin immer noch dabei die vielen Dingen, die mir gesagt wurden zu verdauen.

Meine behandelnde Ärztin neigt dazu frühzeitig die Pferde scheu zu machen und mich damit derartig zu verunsichern, dass ich nicht wirklich einschätzen kann wie schlimm es wirklich steht. Es ist die gleiche Ärztin, die mir vor 2,5 Jahre bereits einen Elektrorollstuhl und einen Falt-Rollstuhl verordnet hat. Der E-Rolli steht immer noch im Sanitätshaus und modert vor sich hin. Damals dachte ich, ich werde bald nicht mehr laufen… heute weiß ich: Quatsch mit Soße.

Ja – meine Sprache wird unsauber, das merke nicht nur ich, sondern vor allem mein Umfeld. Ich weiß das. Zack – da müssen wir dann ein spezielles Gerät verschreiben, dass in Zukunft meine Sätze für mich spricht. Aha. Ok.
Und wäre vielleicht Logopädie auch eine Möglichkeit? Ja machen wir zusätzlich.
Später stellt man dann um auf Augensteuerung um.
Später? Wann wird das sein?
Nächster Punkt: Die Atmung, der Flow-wert liegt bei 200 und die Lungenkapazität bei 63%, Sauerstoff Sättigung bei 97%. Ich selber habe nicht den Eindruck, dass ich schlecht atme, aber gut. Zack – wir brauchen einen Hustenassistenten und außerdem möchte sie mich in die Atemklinik überweisen.
Dort wird geklärt ob ich eine Atemhilfe brauche oder nicht. Meine Ärztin erklärt mir, dass wenn der Kohlendioxid-Gehalt im Blut steigt, es sein kann, dass man nicht mehr aufwacht. Das wäre insofern schön, dass man nichts merkt, aber wenn man andere Pläne hat, sollte man das kontrollieren… Halleluja.

Bei dem Satz hat es mir schon den Atem verschlagen. Dann kommt sie mit dem Tablett mit Sprachsteuerung, on top der Hustenassistent und dann die Atemklinik.
Da hätte man als sensibler Mensch schon aufhören müssen. Sie muss doch merken, dass ich mit all diesen Informationen überfordert bin. Aber Nein sie muss das alles noch toppen, indem sie mir die Patientenverfügung in die Hand drückt.
Woraufhin sich alle Schleusen bei mir öffnen und ich einfach nur noch weinen kann. Die Ärztin ist peinlich berührt. Lässt mir einen Moment Zeit und will dann zur Tagesordnung übergehen. Und ich will nur noch raus.
Auch das bemerkt sie nicht und ich bin heute noch fassungslos über diesen Termin.

Wie ein Arzt so atemberaubend unsensibel im Umgang mit einem todkranken Menschen sein kann ist mir völlig schleierhaft. Geht es nicht darum den Menschen zu helfen?
Mir wurde jedenfalls nicht geholfen, sondern ganz das Gegenteil ist der Fall.
Ich bin demotiviert und verängstigt.

Die eigentliche Botschaft, dass sich der FSR Wert nicht verändert hat, sprich der Verlauf nach wie vor ein langsamer ist geht völlig unter.
Daran halte ich mich jetzt fest.

Ich habe heute eine entsprechende Mail an die Ärztin geschrieben.
Ich atme tief ein. Und Nein ich werde nicht mehr ihre Patientin sein.

 

6 Kommentare zu „15 Minuten oder einen Eimer Müll bitte.

  1. Liebe Katrin,
    das Einfühlsvermögen Deiner Ärztin scheint unterirdisch. Lass uns bitte wissen wie sie auf Deinen Brief reagiert. Fühle Dich gedrückt und lass Dich nicht unterkriegen!!

    Liken

  2. Auf solche Dilettanten trifft man leider immer wieder. Höre auf deinen gesunden Menschenverstand und deinen Körper. Lasse dich auf keinen Fall deprimieren von diesem Geschwätz. Jeder Mensch ist individuell. Du und deine Krankheit auch! Da so einen Standardkram abzusondern, ist einfach völlig überflüssig. Ich werde richtig sauer auf diese Person.

    Liken

  3. Liebes, ich bin entsetzt mit welcher unfassbar unfähigen Ärztin Du Dich auseinander setzten musst. Ganz richtig, geh nie wieder zu ihr.
    Du bist einfach etwas ganz besonderes und diese Ärztin ist nicht in der Lage das zu erkennen, sondern nur ihre Standards abzurufen .
    Lass Dich nicht unterkriegen und verfolge deinen Weg, denn Du spürst am besten wie Du dich fühlst!!!
    Da entscheidest ob Nüsse oder Gin Tonic gerade gut tun….
    Fühl Dich umarmt

    Liken

  4. Kann ich nur unterstreichen! Habe das mehrmals als Angehörige genau so erlebt. Schlussfolgerung: Der nächste Termin ist auf Januar 2020 verschoben. Das braucht man nicht auch noch.

    Liken

  5. hier ist einer.,der alle die Dinge schneller brauchte Als ihm lieb war. Rollstuhl. Kommunikations System. Husten assistance. Und trotzdem verstehe ich dich so gut….
    das wird nicht der letzte Dämpfer bleiben. Ich hatte zuletzt eine atemtherapeutin, die mir unbedingt reinen Wein einschenken wollte. Ich weiss ja alles aber so lieblos serviert…. Ach… Ist ein grosser scheiß… C

    Liken

Schreibe eine Antwort zu ladybirdfly1 Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s